Bewerbungsmappe Modedesign – Tipps für eine gelungene Mappe

Die Bewerbungsmappe für’s Modedesignstudium

In diesem Artikel gebe ich Tipps zum Erstellen einer erfolgreichen Modedesign Bewerbungsmappe. Außerdem zeige ich euch meine eigenen Arbeiten, erzähle, wie ich an die Aufgabe, eine Mappe zu kreieren, herangegangen bin und habe ans Ende dieses Beitrags noch eine Liste mit Links zu anderen interessanten Seiten zum Thema Bewerbungsmappe gestellt.

Modedesign Mappe Skizzenbuch
Skizzen

Die Mappe

Nach meinem Abi vor etwa 1 1/2 Jahren war sie mein Lebensinhalt; sie raubte mir nachts den Schlaf und war tagsüber der Mittelpunkt meiner Gedanken: meine Mappe.

Ein Jahr zuvor hatte ich beschlossen, an der HAW Hamburg Modedesign zu studieren, ohne einen Plan B, ohne überhaupt die Möglichkeit einzukalkulieren, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen könnte.

Modedesign Mappe Skizzenbuch
Skizzen

Meine damalige Recherche habe ich begonnen, indem ich ein Jahr, bevor ich mich bewerben wollte, zu einem Mappenberatungstermin an der Hochschule gegangen bin. Dieser wurde von Studenten aus höheren Semestern geleitet, welche sich die Mappen der Bewerber angesehen und Einschätzungen, Verbesserungsvorschläge und sonstige Tipps gegeben haben.

Ich kann jedem, der sich für ein künstlerisches Studium interessiert, nur empfehlen, einen solchen Termin wahrzunehmen! Mir hat es damals sehr weitergeholfen, einfach nur zuzusehen und zu hören, wie die gezeigten Mappen beurteilt wurden. Ich habe mir hinterher eine „Dos and Don’ts“-Liste erstellt:

Dos und Don’ts für eine erfolgreiche Bewerbungsmappe

Dos:

  • Mappe größer als A3, möglichst A2 oder A1, da alles andere schnell als zu klein gesehen wird (Jap, das kam mir damals auch echt riesig vor, aber wenn ich heute, nach einem Jahr Studium, anfange auf A3 zu malen, denke ich: huch, das ist aber klein. Also traut euch!)
  • auf unterschiedlichen Formaten arbeiten, z.B. auch mal quadratisch
  • alle Arbeiten auf gleich große Pappen aufziehen (größte Papiergröße, auf der man arbeitet), damit die Mappe einheitlicher wirkt und besser zu handhaben ist
  • in Serien arbeiten (Serie: drei oder mehr zusammengehörige Blätter, gelten als eine Arbeit) —> Serien sind allgemein gern gesehen, da hierbei oft eine Entwicklung/die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema zu sehen ist
  • Skizzenbücher (möglichst voll) mit in die Mappe legen: zählen zwar nicht als eigene Arbeit, werden aber sehr gerne gesehen!
  • früh anfangen! Ist vielleicht auch nur meine Arbeitsweise, aber ich habe schon ein Jahr vorher angefangen, mir Gedanken zu machen, was ich für meine Mappe an Arbeiten machen wollte. Ich habe Listen mit Ideen geschrieben, Skizzen gemacht, bei Pinterest eine Pinnwand und auf dem Handy einen Ordner mit Inspirationen angelegt und bin mit offenen Augen durch’s Leben gegangen, immer auf der Jagd nach neuen Eindrücken.

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Don’ts:

  • Schwarz/knallige Farben als Hintergrundfarbe zum Aufziehen der Arbeiten, da es diese oft (nicht unbedingt positiv) beeinflusst —>  Bei der Wahl der Hintergrundfarbe ist es wichtig, sich ihrer Wirkung auf das eigene Werk bewusst zu sein: Zieht sie den Fokus auf sich und lenkt ab? Inwiefern verändert der Kontrast zwischen Hintergrundfarbe und der eigenen Arbeit die Bildwirkung letzterer? Passt sie in das Konzept der Mappe?
    Ich persönlich habe bei meiner Mappe eine doppelseitige Pappe zum Aufziehen der Arbeiten verwendet. Eine Seite hat einen warmen, hellen Grauton (Recyclingpapier), die andere Seite ist warmweiß. Allgemein sind warme, helle, eher zurückgenommene Papiertöne eine gute Wahl als Hintergrundfarbe, da sie der eigenen Arbeit nicht die Show stehlen, sondern ihr einen für das Auge des Betrachters angenehmen, neutralen Präsentationsraum bieten.
    Natürlich gilt diese Aussage nicht pauschal für alle Mappen und alle Werke, ich beispielsweise habe auch bei einigen meiner Arbeiten eine Ausnahme gemacht und diese aus gestalterischen Gründen auf schwarze Papierbögen aufgezogen.
  • auf Druckerpapier/Kindermalblöcken zeichnen: Bitte tut das nicht. Wirklich nicht, niemals und auf gar keinen Fall.
    Dieses dünne, kaltweiße Papier macht auch noch so schöne Arbeiten kaputt. Einen Skizzenblock bekommt man in jedem Laden für Künstlerbedarf und wahrscheinlich hat sogar der günstigste qualitativ hochwertigeres Papier als eben genannte Papiersorten. Und mal ehrlich, wenn ich so viel Arbeit in meine Werke stecke, dann sind sie es wert, auf schönem Papier gearbeitet zu sein. Außerdem wird durch hochwertige Materialien eine gewisse Professionalität zum Ausdruck gebracht, du zeigst, dass du deine Arbeit selbst zu schätzen weißt und sie deshalb auch in einem angemessenen Rahmen präsentieren möchtest.
    Für einige malerische und zeichnerische Techniken wird spezielles Papier benötigt, beispielsweise braucht man für Wasserfarben recht dickes Papier, möglichst etwa 300g/m² und für Marker auf Alkoholbasis Markerpapier, um die besonderen Eigenschaften des Mediums nutzen zu können. Erinnert ihr euch noch an die Tuschebilder aus der Grundschule? Komplett durchweichtes, gewelltes Papier, teilweise sogar mit Löchern, da es an einigen Stellen zu stark bearbeitet wurde. Kein Wunder, dass ich das Tuschen damals gehasst habe.
    Dazu noch eine Empfehlung am Rande: Wenn ihr Techniken verwenden wollt, für die Pinsel benötigt werden, und ihr noch die Borstenpinsel aus der Schule habt: legt euch am besten ein paar neue zu, denn höchstwahrscheinlich werdet ihr mit euren alten Pinseln nicht sonderlich viel Spaß beim Malen haben. Es müssen keine teuren Pinsel sein, Synthetikhaarpinsel bekommt man oft schon für ein paar Euro und die reichen vollkommen aus.
  • Manga/Stars/Kitsch: wollen die Profs nicht sehen, wirkt unreif.
  • Bewerbungsmappe verzieren: war zumindest bei uns nicht nötig, da die Professoren die Mappen nicht gesehen haben. Ich weiß nicht, wie dieser Punkt an anderen Hochschulen/Unis gehandhabt wird, ich würde allerdings immer empfehlen, sich mehr auf den Inhalt und nicht auf das Äußere der Mappe zu konzentrieren.
  • Arbeiten signieren: Arbeiten in der Mappe sollten möglichst nicht signiert sein, auch wenn ihr vielleicht schon eine echt schöne Signatur habt, mit der ihr normalerweise eure Bilder verseht.
    Das Problem mit Signaturen (bezüglich der Bewerbung) ist, dass ihr euch damit als “fertiger Künstler” ausweist und eure Arbeiten weniger als Prozess, sondern vor allem als vollendete Kunstwerke darstellt. Allerdings geht es bei der Bewerbung darum, zu zeigen, dass man talentiert aber auch lernwillig ist – die Professoren suchen schließlich Studenten, denen sie noch etwas beibringen können.
Modedesign Mappe Skizzenbuch
Skizze/Test für eine Arbeit mit Röntgenbildern und Blumen

Meine Mappe

Nachdem ich euch erstmal mit Theorie zugeschüttet habe, präsentiere ich jetzt meine Bewerbungsmappe für’s Modedesignstudium an der HAW. Ich werde zu jeder Arbeit kurz erklären, was ich mir dabei gedacht habe, ob ich sie heute immer noch abgeben würde und welche Technik/Materialien ich verwendet habe.

Zunächst noch einige äußerliche Fakten zum Aufbau der Mappe:

Größe: A2
Pappen: Duplexkarton; 500g/m²; 0,7mm dick; Farbe: cremeweiß/grau
Arbeiten: 22 (Vorgabe waren 20-30 Stück; Serien zählen als eine Arbeit, auch wenn sie aus mehreren Bildern bestehen)
*in meiner nachfolgenden Auflistung findet ihr nur 20 Arbeiten, die anderen beiden habe ich verschenkt; sie hängen jetzt zur Freude meiner Mama zu Hause im Rahmen an der Wand 😀

Bewertung durch die Professoren: Note 1,0; Mappe wurde bei Mappenausstellung gezeigt
Bewerbungsjahr: 2016

Außerdem war es uns bei der Bewerbungsmappe freigestellt, ob alle Arbeiten dasselbe Thema behandeln oder jedes Werk mit seinem eigenen Thema für sich steht. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, da ich dachte, ich hätte damit mehr Freiheiten, das zu machen, was ich möchte.
Allerdings habe ich im Nachhinein auch diverse andere Mappen gesehen, welche sich nur mit einem Thema befassen und trotzdem extrem abwechslungsreich sind, da sie das gewählte Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Für einige ist es einfacher, sich an einem Thema komplett abzuarbeiten, anderen fällt dabei sehr schnell nichts mehr ein oder sie haben zu viele unterschiedliche Ideen. Daher muss jeder selbst wissen, welche Art der Mappenerstellung besser für ihn geeignet ist.

Meine Arbeiten

  1. Bedruckte Blusen
Chiffon, bedruckt; Zeichentusche und Aquarell auf Aquarellpapier
Chiffon, bedruckt; Zeichentusche und Aquarell auf Aquarellpapier
Chiffon, bedruckt; Zeichentusche und Aquarell auf Aquarellpapier

Meine erste Arbeit, mit der ich noch während meines Abiturs begonnen habe, waren diese Entwürfe für bedruckte Blusen. Die Idee dazu kam mir, als ich mit Mama in der Küche saß und wir aus Spaß verschiedene Tiere gezeichnet haben.
Später habe ich nach ihren Zeichnungen Stempel geschnitzt, Chiffon in drei verschiedenen Farben gekauft und mit Acrylfarbe bedruckt. Dazu ist jeweils ein Blusenentwurf mit passendem Make-Up entstanden, für welchen ich schwarze Zeichentusche und Aquarell verwendet habe.
Diese Arbeit würde ich heute wieder in meine Mappe legen, da ich die selbst entworfenen Prints immer noch sehr gern mag. Die Blusenentwürfe sind zwar etwas langweilig, aber da es um das Design der Stoffe geht, finde ich diesen Kritikpunkt nicht weiter schlimm.

2. Stoff mit Stecknadeln, Acryl

Acryl auf Leinwand

Bei dieser Arbeit, die nur aus einem Bild besteht, ging es mir um eine möglichst realistische Darstellungsweise und den Umgang mit Dreidimensionalität, Licht und Schatten in Farbe. Dafür habe ich von einem mit Stecknadeln drapierten Stück Stoff abgemalt und versucht, den Faltenwurf möglichst detailgetreu abzubilden.
Insgesamt habe ich für dieses Bild vier oder fünf Nachmittage gebraucht.
Auch diese Arbeit würde ich wieder abgeben. Vielleicht ist sie nicht besonders originell, aber sie zeigt sehr gut meine technischen Fertigkeiten.

3. Abstrakte Figuren

Acryl mit Wasser auf Zeichenpapier 190g/m2, A2
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 6
Acryl mit Wasser auf Zeichenpapier 190g/m2, A2
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 7
Acryl mit Wasser auf Zeichenpapier 190g/m2, A2

Wahrscheinlich habt ihr euch schon gefragt, welche Technik hinter diesen Bildern steckt – oder habt diesbezüglich eine Idee: Ich habe die Papierbögen (möglichst so, dass kein allzu starker Knick entsteht) in der Mitte gefaltet und in einem Glas schwarze Acrylfarbe mit Wasser gemischt (Mischverhältnis nach Gefühl, auf jeden Fall mehr Wasser als Farbe). Dann habe ich eine dünne Kordel mit dem Acryl-Wasser-Gemisch getränkt, diese auf eine Bildhälfte gelegt, das Ende der Kordel allerdings in der Hand behalten und die zweite Bildhälfte darübergeklappt. Als nächstes habe ich ein großes Buch auf das zusammengeklappte Papier gelegt, dieses runtergedrückt und die Kordel schnell herausgezogen (Achtung, spritzt).
Um diese Serie wieder in der Mappe abzugeben, würde ich diesmal wahrscheinlich darauf verzichten, hinterher noch angedeutete Gesichter mit Zeichentusche in die Bilder hinein zu zeichnen, da sie meiner Meinung nach ohne diese einen stärkeren Ausdruck haben.

4.Fotografie Drahtkleid

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 8
Fotografie

Diese Fotoserie ist eine meiner Lieblingsarbeiten aus der Mappe. Ich würde sie heute auf jeden Fall wieder verwenden.
Zur Technik: Ich habe zunächst aus feinem Draht ein Kleid geformt und es auf einem auf dem Boden liegenden Spiegel platziert. Dann habe ich den Raum komplett verdunkelt, meinen Aufbau  mit einer Taschenlampe beleuchtet und gleichzeitig fotografiert.

5. Rucksack/Tasche

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 9
Filz, Kordel, Leder; Copic auf Markerpapier

Das einzige genähte Objekt, das in meiner Mappe einen Platz gefunden hat. In der Mappenberatung haben wir damals den Tipp bekommen, möglichst keine selbstgenähten Teile hineinzulegen, da dies entweder (wenn man gut näht) so aussieht, als könnte man schon alles, oder (wenn man schlecht näht) als hätte man kein Talent.
Allerdings geht es bei meinem Entwurf weniger um das genähte Teil an sich, sondern vielmehr um dessen Funktion: Ein Rucksack, welcher durch das Hochziehen der Kordel am Griff in eine Schultertasche verwandelt werden kann. Einfach und schnell genäht, dennoch innovativ.
Dazu habe ich eine Zeichnung mit Copicmarkern erstellt und Materialproben darunter befestigt.
Auch diese Arbeit würde ich wieder in meine Mappe legen.

6. Mädchen und gesticktes Origami

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 10
Zeichentusche, Aquarell und Stickgarn auf Aquarellpapier, A3
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 11
Zeichentusche, Aquarell und Stickgarn auf Aquarellpapier, A3

Hier zwei Bilder, die ich so nicht mehr in meine Mappe nehmen würde. Technisch finde ich sie gut und die Kombination von Federzeichnung, Aquarell und Gesticktem ist, denke ich, auch nicht alltäglich.
Was mich allerdings stört, ist das Motiv. Ich finde es von meinem heutigen Standpunkt aus (1 Jahr später) zu “schön”, zu oberflächlich, es hat keine besondere Aussage.

7. Dopplung

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 13
Acryl, Gold- und Silberfolie auf grauem Zeichenpapier, A3
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 13
Acryl, Gold- und Silberfolie auf grauem Zeichenpapier, A3

Diese Bilder fänden auf jeden Fall wieder einen Platz in meiner Mappe, vielleicht würde ich sogar noch ein drittes anfertigen.
Verglichen mit den letzten beiden Bildern, die ich euch gezeigt habe, sind diese hier viel “cooler”, die Überschneidungen verleihen ihnen Lebendigkeit und ich mag die Kombination der matten Acrylfarbe mit den glänzenden Folien.
Für den Hintergrund habe ich Noppenfolie mit Acrylfarbe bestrichen und auf das Papier gedruckt. Dann habe ich die Umrisse der Figuren  aufgezeichnet und die Gold- und Silberfolie mit durchsichtigem Kleber befestigt.

8. Collagen I

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 14
Collage; Zeitschriftenausschnitte auf Löschpapier, A4
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 15
Collage; Zeitschriftenausschnitte auf Löschpapier, A4

Diese Collagen sind aus einer Mischung von alten und neuen Zeitschriftenausschnitten entstanden, die ich mit Sprühkleber auf Löschpapier befestigt habe. Die Ausschnitte in Sepia- und Schwarz-Weiß-Tönen stammen aus einer Sammlung alter Filmzeitschriften, die ich bei einem Flohmarktbesuch erworben habe. Es lohnt sich oft sehr, auf Flohmärkten Ausschau nach Materialien für künstlerische Arbeiten zu halten, insbesondere für Collagen, für die man alte Zeitschriften oder Bücher verwenden kann, um ihnen einen Vintage-Touch zu verleihen.
In meinen Collagen habe ich versucht, aus Zeitschriftenelementen komplett neue Bildwelten zu kreieren, welche gleichzeitig in sich stimmig sind, aber vielleicht auch etwas abstrus anmuten.
Ich würde sie wieder in meine Mappe legen, allerdings würde ich sie heute vielleicht noch etwas unlogischer und unwirklicher gestalten.

9. Buch Dreieckstops

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 16
Buch; Copic auf Markerpapier
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 18
Buch; Fotografie
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 17
Buch; Fotografie
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 19
Buch; Fotografie

Diese vier Fotos zeigen Ausschnitte eines kleinen Buches im Format A4, welches ich selbst gebunden und gestaltet habe. Für diese Arbeit habe ich drei Tops aus jeweils zwei Dreiecken genäht und diese mit verschiedenen Techniken bedruckt. Danach habe ich sie mit meiner besten Freundin als Model geshootet und das Buch angefertigt.
Das erste Bild zeigt einen ungefähren Schnittplan sowie meine Entwürfe für die Tops. Auf zwei weiteren Bildern sind Drucktechniken abgebildet und auf dem letzten die fertigen Kleidungsstücke am Model. Die Tops an sich habe ich nicht in meine Mappe gelegt, da sie die Wirkung des Buches eher gestört hätten und sie außerdem nicht wirklich gut genäht sind, da zu der Zeit meine Nähmaschine kaputt war und ich auf einen (nicht ganz so guten) Ersatz ausweichen musste, um mein Projekt überhaupt zu realisieren.
Wie ihr wahrscheinlich schon aus dieser Beschreibung heraushören konntet, würde ich dieses Buch jederzeit wieder so machen.

10. Frauen in Aquarell

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Aquarell auf Aquarellpapier, 450g/m2, A4
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 21
Aquarell auf Aquarellpapier, 450g/m2, A4

Diese Serie würde ich heute nicht mehr so malen. Ich finde die Frauen, die versonnen in die Ferne/auf einen Gegenstand blicken, zu “schön“, zu bekannt als Motiv.
Technisch mag ich das Verlaufen der Aquarellfarbe, besonders im oberen Bild rechts und im unteren links. Die Proportionen der Figuren hingegen stimmen nur teilweise.

11. Blumen und Knochen

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 21
Acryl auf Röntgenbild
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 23
Acryl auf Röntgenbild
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 23
Acryl auf Röntgenbild

Bei dieser Serie gefallen mir besonders das erste und das letzte Bild. Ich habe alte (analoge) Röntgenbilder von mir und meiner Familie verwendet und darauf mit Acryl Blumen gemalt. Dabei habe ich versucht, diese möglichst organisch in die Knochenstrukturen einzubinden, als würden sie zwischen ihnen hervorsprießen und sich um sie ranken.
Das mittlere Bild würde ich ersetzen, aber die anderen beiden würden ganz sicher wieder in meine Mappe wandern.

12. Gestickte High Heels

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 24
Acryl und Garn auf grauem Zeichenpapier, 21x21cm
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 25
Acryl und Garn auf grauem Zeichenpapier, 21x21cm
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 26
Acryl und Garn auf grauem Zeichenpapier, 21x21cm
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 27
Acryl und Garn auf grauem Zeichenpapier, 21x21cm

Dies war eine meiner letzten Arbeiten, die ich noch zusätzlich gefertigt habe, da ich noch Zeit und Ideen hatte. Ich bin bei den gestickten High Heels zunächst von einer einfachen Vorlage ausgegangen, welche ich dann in einer Skizze immer so verändert habe, dass das Ergebnis meinen Vorstellungen entsprach. Dann erst habe ich mit einer Nadel an den Stellen, wo der Faden seine Richtung wechseln sollte, Löcher in das Papier gebohrt. Nach diesen habe ich dann die Schuhe aufgestickt. Davor habe ich noch etwas Acrylfarbe mit einem Spachtel aufgetragen.
Auch diese Arbeit würde wieder einen Platz in meiner Mappe finden, da ich den Gegensatz zwischen den filigranen geometrischen Linien im Vordergrund und dem eher zufälligen Farbauftrag im Hintergrund sehr ästhetisch finde.

13. Kristallkleider

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 28
Fotografie; Copic auf Markerpapier; schwarzer Fotokarton, A2
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 29
Fotografie; Copic auf Markerpapier; schwarzer Fotokarton, A2
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 30
Fotografie; Copic auf Markerpapier; schwarzer Fotokarton, A2

Eine meiner Lieblingsarbeiten.
Ich habe Glaskristalle fotografiert und deren Formen und Strukturen verwendet, um Kleider zu entwerfen. Umgesetzt habe ich die Entwurfszeichnungen mit Copicmarkern und diese zusammen mit den passenden Fotos auf schwarzen Fotokarton geklebt. Den weißen Hintergrund habe ich dabei in einem Streifen stehen lassen, da dieser so in meinen Augen wie ein Laufsteg aussieht. Den schwarzen Hintergrund habe ich statt meines eigentlichen grau-weißen Farbschemas gewählt, damit es aussieht, als würden Laufsteg und Kleid angestrahlt, als Analogie zu den angestrahlten Kristallen in den Fotos.

14. Modezeichnungen

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 30
Fineliner und Aquarell auf Aquarellpapier
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 31
Fineliner und Aquarell auf Aquarellpapier

Bei diesen kleinformatigen Modezeichnungen habe ich einige Linien nicht komplett gezeichnet, um sie durch das Auge des Betrachters ergänzen zu lassen. An einigen Stellen habe ich Kleidung und Hintergrund farblich hervorgehoben, sodass ein Wechselspiel zwischen Verdichtung und Offenheit entsteht. Dadurch wirken sie meiner Meinung nach sehr interessant, weshalb ich sie wieder abgeben würde.

15. Stoffcollagen

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Collage; Zeitschriftenausschnitte, Stoff und Spitzenborte, A3
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 33
Collage; Zeitschriftenausschnitte, Stoff und Spitzenborte, A3

Hier zwei weitere Collagen mit meinen Filmzeitschriften vom Flohmarkt: Ich persönlich halte die zweite für wesentlich gelungener, da ich die Interaktion der Figuren sehr spannend finde. Bei diesen Arbeiten habe ich außerdem Seiten aus einem alten Buch verwendet, um die beiden Frauenfiguren einzukleiden.
Oft dauert es recht lange, bis man aus dem Wust an Bildern einzelne findet, die wirklich gut zusammenpassen, sodass man aus den schon existierenden Bildern neue Bildwelten erschaffen kann. Meiner Meinung nach lohnt sich langes Suchen allerdings mehr, als nach kurzer Zeit Collagen aus nicht passendem Material zu erstellen.
Das zweite Bild würde wieder einen Platz in meiner Mappe finden, das erste eher nicht, da ich es recht statisch und wenig spannungsreich finde.

16. Die weiße Bluse

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 34
Fotografie; Bluse, Kleiderbügel und Spiegel

Mit dieser fotografischen Arbeit habe ich versucht, einem klassischen Kleidungsstück, der weißen Bluse, Leben einzuhauchen. Die durch den Wind bewegte Bluse sieht aufgrund der Doppelbelichtung oder einem auf dem Boden platzierten Spiegel aus, als hätte sie ein Eigenleben, als würde sie nach dem Spiegel greifen oder sich gespenstisch durch die Luft bewegen.
Diese Fotoserie würde ich unbedingt wieder in meine Mappe legen, da ich denke, dass ich meine Idee einer lebendigen Bluse ganz gut umgesetzt.

17. Seemannsknoten

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 35
Copic, Aquarellbleistift, Tinte mit Wasser, Zeichentusche, Kugelschreiber, Buntstift, Bleistift auf unterschiedlichem Papier

Vorlage für diese möglichst realistischen Zeichnungen in unterschiedlichen Techniken war eine Holzplatte mit darauf platzierten Seemannsknoten, die mein Onkel angefertigt hat.
Ich habe versucht, die einzelnen Knoten detailgetreu abzuzeichnen, sodass erkennbar ist, wie genau sie funktionieren. Ziel dieser Arbeit war es, zu zeigen, welche Zeichentechniken ich beherrsche und dass ich komplexe Objekte realistisch darstellen kann.
Oft ist in künstlerischen Mappen die obligatorische gezeichnete Hand zu finden, allerdings habe ich mich für andere Objekte entschieden, da ich denke, dass die Professoren echt keine Lust mehr auf Hände haben. Die Knoten sind mir in den Sinn gekommen, weil ich finde, dass man bei ihnen sehr schnell Logikfehler in der Darstellung erkennt.

18. Kamera und Objektiv – Sepia

Bewerbungsmappe Modedesign Bild 36
Sepiatinte auf Aquarellpapier, ungefähr A4

Hier eine weitere realistische Arbeit von mir: Meine Kamera und zwei Objektive. Mit diesen Bildern wollte ich meine Liebe zur Fotografie zum Ausdruck bringen. Außerdem sind hier Licht- und Schattendarstellung sehr gut erkennbar.
Ich würde diese Arbeit auf jeden Fall wieder verwenden.

19.

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Fotografie s/w, Landschaftsfotografie, Acrylfarbe
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Fotografie s/w, Landschaftsfotografie, Acrylfarbe

Für diese Collagen habe ich Fotos von Klassenreisen nach Rom, Berlin und Prag in schwarz-weiß auf grauem Papier ausgedruckt, deren Hintergrund ausgeschnitten und Landschaftsfotografien dahinter gesetzt. Dann habe ich die Personen im Vordergrund mit schwarzer Acrylfarbe angemalt.
Mir gefällt besonders die surreale Wirkung der grauen Stadtlandschaften im Kontrast zu den farbigen Landschaften und die Wirkung der schattenartigen Figuren. Auch diese Bilder wären heute wieder in meiner Bewerbungsmappe zu finden.

20. Buch: Abstrakte Quadrate – Alkoholtinte

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Buch; Alkoholtinte auf Fotopapier
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Buch; Alkoholtinte auf Fotopapier
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Buch; Alkoholtinte auf Fotopapier
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 44
Buch; Alkoholtinte auf Fotopapier
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 42
Buch; Alkoholtinte auf Fotopapier
Bewerbungsmappe Modedesign Bild 41
Buch; Alkoholtinte auf Fotopapier

Und last but not least: die meiner Meinung nach schönste Arbeit meiner Mappe. Ein selbst gebundenes Buch mit schwarzen und weißen Seiten, in Abschnitte abgetrennt durch halbtransparente Trennseiten. Und darauf platziert: kleine quadratische Bilder, abstrakt, entstanden durch das Tropfen von Alkoholtinte auf Fotopapier.

Alkoholtinte selbst herstellen:

Zur Technik: ich habe wirklich ewig gebraucht, um solche Ergebnisse zu erzielen.
Um die Alkoholtinte herzustellen, habe ich folgende Materialien verwendet:
– eine Packung möglichst günstige Filzstifte
– eine Flasche Desinfektionsmittel 
– so viele Spritzen, wie ich Filzstiftfarben hatte

  1. Zunächst habe ich einen Filzstift ausgeschnitten, die mit Farbe getränkte Watte(?) herausgeholt und diese in eine Plastikschüssel gegeben.
  2. Dann habe ich mit einer der Spritzen möglichst viel Desinfektionsmittel aufgezogen und dieses dann zu der farbigen Watte geträufelt. Die Farbe löst sich im Desinfektionsmittel und mann kann die Watte wegschmeißen.
  3. Als letztes habe ich das eingefärbte Desinfektionsmittel mit der Spritze wieder aufgezogen.
  4. Die erste Farbe ist fertig! Mit allen anderen Farben bin ich ebenso vorgegangen. Noch ein Tipp: Wer keine farbigen Finger haben möchte, sollte sich Gummihandschuhe anziehen.

Wenn alle Farben hergestellt sind, geht es ans Experimentieren: Ich habe damals so ziemlich alles, was ich an Papier im Haus hatte, als Untergrund für die Alkoholtinten ausprobiert, allerdings war Inkjet Fotopapier der einzige Untergrund, auf dem die Tinte schön verlaufen und ausgeblutet ist.
Ich habe verschiedene Arten des Farbauftrags ausprobiert, von nebeneinander gesetzten Punkten (sehr schöner Effekt) über alle Farben irgendwie mischen bis dahin, dass ich Farben auf’s Papier getropft und diese trocknen lassen habe, um dann noch eine Farbschicht aufzutragen.

Modedesign Mappe

Endlich fertig!

Wenn du es bis hierher geschafft hast, kannst du echt stolz auf dich sein. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Artikel so lang wird, aber ich habe versucht, alle Fragen zu beantworten, die ich damals vor meiner Bewerbung hatte. Falls dir trotzdem noch welche einfallen, schreib mir gerne über kontakt@trouvailline.de oder hinterlasse einfach einen Kommentar! Ich würde mich auch sehr über Feedback und konstruktive Kritik freuen.

Zu guter Letzt noch ein paar Links zu anderen Seiten, die dir bei deiner Mappenvorbereitung helfen könnten:

Links zu hilfreichen Seiten zur Mappenvorbereitung

  • precore.net/portfolios
    Auf dieser Seite findet ihr Mappen zu verschiedenen künstlerischen Studiengängen und Hochschulen (u. a. Modedesign), die Studenten dort hochgeladen haben. Außerdem gibt es noch viele weitere Tipps, ein Forum und teilweise Prüfungsaufgaben der vorangegangenen Jahre.
  • mode-studieren.de/bewerbung
    Diese Seite würde ich anhand meiner eigenen Erfahrungen nicht uneingeschränkt empfehlen, da mir die Mappenbeispiele dort recht alt erscheinen.
    Allerdings kann man sich hier ganz gut grundlegende Informationen besorgen, welche ich allerdings mit denen auf der Seite der Hochschule, bei der ihr euch bewerben möchtet, abgleichen würde.
  • silberminze.wordpress.com/tipps-für-eine-bewerbungsmappe-im-bereich-mode
    Hier noch ein Blog, auf dem die eigene Mappe präsentiert wird. Der Post ist aus dem Mai 2013, also schon eine etwas ältere Mappe als meine, aber trotzdem lesenswert (habe ich auch gelesen, bevor ich meine Mappe erstellt habe).
  • fashionfika.com/lenas-portfolio-fashion-design
    fashionfika.com/mappe-für-modedesign-bielefeld-portfolio
    fashionfika.com/10-tips-for-a-successful-fashion-design-portfolio
    Diese drei Links führen zu Einträgen auf der Seite fashionfika.com, die sich direkt mit der Modedesign Bewerbungsmappe beschäftigen. Allerdings würde ich empfehlen, euch auch sonst mal durch die Seite zu klicken, da auch allgemein über das Modedesignstudium geschrieben wird. Besonders gut gefällt mir der kurze Artikel Ist Modedesign studieren echt so toll?, da ich die meisten Erfahrungen daraus teilen kann (außer, dass man Persönliches mit den Profs bespricht – bei uns interessieren sich die meisten nicht für unser Privatleben, Hauptsache die Designs und sonstigen Arbeiten sind zur Abgabe fertig)
  • spiegel.de/design-studium-bloß-nicht-in-die-klischeekiste-greifen
    Ein kritischer Artikel mit dem Titel “Bloß nicht in die Klischeekiste greifen” aus dem Jahr 2005 – allerdings immer noch sehr aktuell, wie ich finde. Es geht allgemein um die Bewerbung auf künstlerische Studiengänge mit einer sehr realistischen Sichtweise.

3 thoughts to “Bewerbungsmappe Modedesign – Tipps für eine gelungene Mappe”

  1. Hallo Sarah,

    erstens ich finde deine Arbeiten so super, bin sehr begeistert von den Farben, Motiven und Ideen.
    Ich möchte auch so gerne an der HAW Modedesign studieren und arbeite auch gerade an meiner Mappe. Ich finde deine Tipps super danke nochmal.

    Ich würde dir gerne paar Frageen auch wegen der Eignungsprüfung und der HAW stellen.
    Die Eignungnsprüfung:
    Wie läuft der erste und zweite Teil ab?
    Bespricht man die Mappe mit den Proffesoren und läuft es wie eine kleine Bewerbungsgespräch ab?
    Wie viel bewerten die von den malerischen Fähigkeiten, also was muss man genau zeichnen, Klamotten, Menschen, Natur?
    Mich würde auch sehr interessieren was ihr in der Theorie-Aufgabe gemacht habt. Also musste man so eine Art Easy schreiben?
    Ich bin eine ausländische Studierende und Deutsch ist nicht meine Muttersprche und bin sehr besorgt wie viele die von der Sprache bewerten also als nicht Muttersprachler.

    Ich würde gerne auch wissen wie du dich an der HAW fühls nach einem Jahr. Bist du zufrieden mit den Aufgaben, Vorlesungen, die Proffesoren und die Kommilitonen?

    Ich hoffe ich habe dich nicht mit so viele Fragen überfordert und würde mich sehr freuen paar Antworten zu bekommen.

    LG,
    Helga

    1. Hallo Helga,

      es freut mich sehr, dass dir meine Arbeiten gefallen und ich dir helfen konnte.

      Zur Eignungsprüfung: Für den ersten Teil gibst du nur deine Mappe ab, ein Gespräch gibt es nicht. Die Professoren sehen sich dann die eingereichten Mappen an und du bekommst eine E-Mail, ob du zum zweiten Teil der Eignungsprüfung eingeladen wirst.
      Der zweite Teil findet an 2 aufeinanderfolgenden Tagen statt und besteht aus 4 Aufgaben (Malerei, Zeichnen, Design und Theorie), 2 pro Tag. Die Malerei- und Zeichenaufgabe sind studiengangübergreifend, d.h. alle Studiengänge bekommen die gleichen Aufgaben. Ich kenne die genauen Bewertungskriterien nicht, aber bei mir und vielen meiner jetzigen Kommilitonen/-innen sind diese beiden Aufgaben am schlechtesten bewertet worden, wahrscheinlich weil wir auch mit den Bewerbern für Illustration und Kommunikationsdesign verglichen wurden. Die Aufgaben an sich waren recht frei, es gab jeweils 2 Aufgabenstellungen zur Auswahl. Folgendes stand auf dem Aufgabenblatt:

      Klausur 1 – Malen
      09:00 – 13:00 Uhr

      Bitte wählen Sie EINE der beiden Aufgaben aus und lösen Sie diese malerisch. Falls Sie mehr als ein Blatt bearbeiten, entscheiden Sie sich für das Beste und geben nur dieses Eine ab.

      Thema 1: “Land unter”
      Lassen Sie Ihre Assoziationen spielen und setzen Sie diese malerisch um.

      ODER

      Thema 2: “Die Gesichtsmaske”
      Interpretieren Sie das Thema frei. Entscheiden Sie sich für eine abstrakte oder naturgetreue Abbildung.

      Bewertungskriterien sind neben der Originalität der Bildidee, vor allem die Qualitäten des “Malerischen”:
      Farbkomposition, Farbklang, Pinselführung (Duktus), Farbauftrag, usw.

      Papier/Format:
      DIN A2, Hoch -oder Querformat

      Technik/Material:
      Wasserfarben und/oder Acrylfarben und/oder Temperafarben (keine Ölfarbe)

      ~~~~~~ 1 Stunde Pause ~~~~~~

      Klausur 2 – Zeichnen
      14:00 – 18:00 Uhr

      Bitte bearbeiten Sie EINE der beiden Aufgaben. Falls Sie mehr als ein Blatt bearbeiten, entscheiden Sie sich für das beste und geben nur dieses ab.

      Thema 1: “Im Labyrinth der Waben”
      Bitte zeichnen Sie, was Ihnen zu dem Titel einfällt.
      Ob es sich um konkrete Darstellungen oder auch freie Assoziationen handelt, ist Ihnen freigestellt.

      ODER

      Thema 2: “Masse und Mensch”
      Wie könnte es aussehen?
      Auch bei dieser Aufgabe können Sie frei entscheiden, ob Sie konkret oder frei assoziativ dargestellt werden soll.

      Wählen Sie frei Ihre perspektivische Sicht.
      Gehen Sie auf Oberflächen und Strukturen ein.
      Loten Sie Ihre grafischen Möglichkeiten, Temperamente und Vorlieben aus, von Linear bis Hell/Dunkel.

      In die Bewertung fließen auch Komposition und Bildcharakter mit ein.

      Papier/Format:
      DIN A2, Hoch -oder Querformat

      Technik/Material:
      Bleistift (alle Stärken), Radiergummi

      Die Aufgaben für Design und Theorie habe ich leider nicht mehr vorliegen, aber ich versuche mich, so gut es geht, zu erinnern: Die Designaufgabe bestand aus 3 Teilen; zuerst sollten wir ein selbst ausgedachtes Origami-Objekt falten, dieses danach auf einem A2-Papier zweidimensional als Collage darstellen und es zuletzt noch malerisch/zeichnerisch an einem menschlichen Körper darstellen.
      Die Theorieaufgabe war, glaube ich, eine Aussage oder ein Zitat im Bezug auf Design. Dieses mussten wir dann schriftlich auf unsere Studienrichtung (also Modedesign) beziehen und unsere Meinung darlegen. Du findest aber auch hier bei precore.net Theorieaufgaben, zum Beispiel die vom letzten Jahr. Unsere im Jahr davor war ähnlich gestellt. Und um dir die Besorgnis bezüglich der Sprache zu nehmen: Als ich in der Prüfung saß, hatte ich einen Sitznachbarn, der wirklich schlecht Deutsch verstand und mich während des Schreibens noch gebeten hat, ihm die Bedeutung einzelner Wörter zu erklären. Er tat mir schon leid, weil er die Aufgabe nicht verstanden hat – aber was soll ich sagen, er wurde angenommen. Ich denke nicht, dass die Rechtschreibung bewertet wird, solange man den Text gut lesen kann, und so wie du schreibst, tut man das auf jeden Fall. Außerdem darfst du, wenn du möchtest, einen Duden mitbringen.

      Zu deiner zweiten Frage: Ich bin jetzt fast mit dem 3. Semester fertig und kommendes Wochenende (14.07.2018) findet die Modenschau statt (falls du in Hamburg oder in der Nähe wohnst, kann ich dir nur empfehlen vorbeizukommen, die Website der Modenschau ist aplus-show.com). Die ersten beiden Semester haben wir hauptsächlich die Grundlagen gelernt, also Nähen, Schnitte erstellen, Malen, Zeichnen und Modegeschichte. Außerdem hatten wir 3 Design Workshops bei den Modedesign-Professoren. Ich habe mir manchmal etwas mehr Theorie gewünscht, weil doch alles sehr praktisch war, aber wir mussten eben erstmal das Handwerkszeug lernen. Jetzt im 3. Semester konnte ich meine Kurse wählen und das Arbeiten ist allgemein wesentlich freier geworden. Man muss sich allerdings sehr viel selbst beibringen, oft heißt es zuerst “mach mal” und man bekommt wenig Instruktionen, vor Allem im Design. Einerseits wird uns so die Freiheit gegeben, unserer Kreativität freien Lauf zu lassen, andererseits wünsche ich mir persönlich manchmal etwas mehr Anleitung. Die Kurse an sich gefallen mir sehr gut, sie lassen sich oft auch toll kombinieren, sodass man beispielsweise in einem Fertigungskurs an einem Outfit für den Designkurs weiterarbeitet. Man braucht allgemein sehr viel Motivation und Selbstdisziplin für das Studium, weil man, besonders jetzt im 3. Semester, kaum dazu “gezwungen” wird zu arbeiten, man muss also wirklich von sich aus an den eigenen Projekten dranbleiben.
      Mit den Professoren/Dozenten ist es an sich so wie mit den Lehrern früher, mit einigen kommt man total gut klar, mit anderen weniger gut. In dene ersten beiden Semestern muss man das einfach akzeptieren und das Beste daraus machen, aber danach kann man die Kurse selbst wählen.
      Insgesamt fühle ich mich an der Hochschule total wohl, besonders meine Kommilitonen sind echt toll. Die Stimmung ist meistens locker und angenehm (außer am Ende des Semesters, da sind alle gestresst :D). Mir persönlich gefällt das Studium echt gut, besonders weil ich einfach das mache, was ich schon immer machen wollte.

      Falls du sehen möchtest, was wir designtechnisch so machen, kannst du dir mal den Instagram-Account unserer Modenschau ansehen, dort werden Outfits und Bilder aus dem Designprozess gepostet.

      Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Antworten helfen. Falls du noch weitere Fragen hast, schreib mir gerne.

      Liebe Grüße,
      Sarah

  2. Hallo Sarah,

    erstens vielen vielen Dank für die ausführliche Antworte bin wirklich mega gut informiert von dir. Danke nochmal! Lustigerweise war ich heute bei der Rundgang Finkenau und habe dich und deinem Komilitonen wegen der A+ Modenschau am 14.07 gefragt und erst jetzt deinen Antworten gelesen, es ist eine lustiger Zufall.
    Ich werde auf jeden Fall am Sammstag da sein. Freu mich voll und vielleicht begegnen wir uns nochmal.
    Ich wünsche dir weiteren Erfolg und vielleicht sehen wir uns ja im Sommersemester!

    Viele liebe Grüße,
    Helga

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